< PROKON: Handelsblatt berichtet über Geheimwissen der BaFin.
02.05.2014 21:53 Alter: 6 Jahr/e

PROKON's Insolvenz. Anleger müssen das jetzt wissen:

Der Itzehoer Insolvenzgericht hat am 01.05.2014 das Insolvenzverfahren über den Windbauern PROKON Regenerative Energien GmbH eröffnet. Das ist eine umstrittene Entscheidung. Anleger müssen jetzt handeln. Eine Information des auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwalts Matthias Gröpper.


Hamburg/ Itzehoe, 02.05.2014. Der Hamburger Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin ist der Meinung, dass PROKON insolvenzreif überschuldet ist. Das ist eine zweifelhafte Einschätzung. PROKON wurde in den letzten Jahren viel vorgeworfen und der Itzehoer Windmüller hat ganz bestimmt viel falsch gemacht. Aber die Behauptung, dass das Unternehmen hier und jetzt zahlungsunfähig ist, ist ausgesprochen zweifelhaft. Findet der Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper.

Gröpper sagt: PROKON war ursprünglich nicht verpflichtet, die Genussrechtsinhaber auszuzahlen, wenn die Gesellschaft nicht genügend Geld hat. Diese Genussrechtsbedingung wurde zuletzt geändert. PROKON verpflichtete sich (ohne Not), den Einsatz der Anleger bedingungslos zurückzuzahlen. In dem Fall gäbe es einen Insolvenzgrund. Aber, so der Hamburger Rechtsanwalt, es gab noch nie den Fall, in dem eine der Vertragsparteien die Bedingungen einseitig verändern konnte. Das heißt, dass diese neue Regelung nicht für die Altanleger gilt. Und ind em Fall hätte sich der Verwalter allenfalls mit den Forderungen aus den neuen Zeichnungen mit den neuen (unbedingten) Genussrechtsbedingungen beschäftigen dürfen. Und die daraus folgenden Forderungen schätzen wir als nicht Insolvenz begründend ein. Die, findet Rechtsanwalt Gröpper, ausgesprochen selbstgefällige Einschätzung dieser Rechtsfrage hilft dem Verwalter; der verdient mit der Insolvenz PROKON's in den nächsten Jahren Jahr für Jahr Millionen. Und das ist für einen kleinen, vergleichsweise jungen Insolvenzverwalter wie Herrn Denzlin mutmaßlich wichtig. 

De GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte bereiten deshalb ein Rechtsmittel gegen den Eröffnungsbeschluss vor. Und gehen davon aus, dass der Insolvenzverwalter vom Gericht gezwungen werden wird, seine Einschätzung zu überprüfen.

Dies vorausgeschickt müssen die betroffenen Anleger bis zur rechtskräftigen Entscheidung nichts desto trotz vom "worst case" ausgehen. Und sich so verhalten, als wenn das Insolvenzverfahren durchgeführt wird. Sie werden, meint Matthias Gröpper, in den nächsten Wochen vom Verwalter angeschrieben und zur Anmeldung der Forderungen aufgefordert werden. In dem Fall gilt es wichtige Fristen zu wahren. Und die Forderungsanmeldung richtig zu begründen. "Denn die Forderungen aus dem Genussrechtskapital gelten erstmal bedingungsmäß als nachrangige Forderungen. Und nachrangige Forderungen werden vereinfacht gesagt nach allen anderen Forderungen bedient. Und das in der Insolvenz denknotwendig von Anfang an Geld fehlt, gehen die Betroffenen im schlimmsten Fall leer aus", meint Gröpper. "

Dies vorausgeschickt müssen sich die betroffenen Anleger darauf konzentrieren, ihre nachrangigen Forderungen in den sprichwörtlichen ersten Rang zu schießen. Um möglichst alles zurückzuholen. Das ist möglich; wenn man die Forderung richtig begründet. Denn Schadensersatzansprüche gelten stets als (erstrangige) Forderungen. Aber die müssen, sagt Rechtsanwalt Matthias Gröpper, ganz genau bezeichnet werden. Und das können Laien meistens nicht. Deshalb laufen die nach der Erfahrung des Hamburger Anlegeranwalts aus vielen anderen Großverfahren Gefahr, an und für sich gut begründete Insolvenzforderungen mit der Chance auf eine vergleichsweise hohe Insolvenzquote nicht zu nutzen.

Darüber hinaus haben die meisten Betroffenen auch noch Rückabwicklungsansprüche. Rechtsanwalt Gröpper geht davon aus, dass die Widerrufsbelehrungen in den meisten Fällen falsch gewesen sind. Die Betroffenen können in dem Fall auch jetzt noch widerrufen. Und der aus dem Widerruf folgende Rückawicklungsanspruch indiziert wohl eine harte erstrangige Insolvenzforderung. Das hat der Bundesgerichtshof zwar noch nicht entschieden, aber nach der Einschätzung der Kapitalmarktrechtspezialisten GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte ist das sehr wahrscheinlich, dass der Bundesgerichtshof so entscheiden wird.

Deshalb gilt für alle Betroffenen: Lassen Sie ihre Forderungen durch einen spezialisierten Rechtsanwalt, der mit diesem Fall idealerweise vertraut ist, anmelden. Denn PROKON hat ein paar hundert Millionen in der Insolvenzmasse. Und wenn die an die richtigen Gläubiger verteilt werden, bekommen die fast alles zurück.