< Zur aktuellen Lage: Ein Interview des Bundes für Anlegerschutz mit Herrn Rechtsanwalt Matthias Gröpper.
19.07.2014 22:24 Alter: 6 Jahr/e

Und noch ein Wort zur PROKON Verwaltung Penzlin's.

Der Mann geht nicht. Der häßliche Verdacht, dass das Unternehmen in die Insolvenz getrieben wurde, drängt sich auf. Eine Information der GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte zur Lage im Insolvenzverfahren über das Vermögen der PROKON Regenerative Energien GmbH.


Hamburg/ Itzehoe, 18.07.2014. Fast kein Job hat in Deutschland ein dermaßen
schlechtes Image wie die Insolvenzverwaltung. Die Menschen bezeichnen
Insolvenzverwalter manchmal als Totengräber, Leichenfledderer, Geier.
Obwohl über eine starke Verwaltungsleistung oft Unternehmen saniert und
viele Arbeitsplätze gesichert werden können.

Der Insolvenzverwalter, Dr. Dietmar Penzlin, könnte nach der Einschätzung
der im Bank- und Kapitalmarktrecht arbeitenden GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte (www.bankrecht24.de), die eine der größten Gläubigergruppen in dem Schadensfall vertreten, das nicht im Sinn zu haben: "Für einen
Insolvenzverwalter ist so ein Großschaden ein Glücksfall, mit dem er sehr
viel Geld verdienen kann. Und das könnte," befürchtet GRÖPPER KÖPKE
Rechtsanwalt Matthias Gröpper, "einen Verwalter verleiten, so ein
Unternehmen recht schnell in die Insolvenz zu schicken. Den lauwarmen
Beteuerungen Penzlins, zu retten, was zu retten ist, glauben wir jedenfalls
nicht."

Und in dem Fall reihen sich die Kuriositäten. PROKON hatte fast keine
Schulden bei Banken und Lieferanten, verdiente mit dem Windstrom Geld und
drohte allenfalls wegen des versprochenen Kapitaldiensts auf die
Genussrechte in die Pleite zu gehen. Deshalb ließ sich das Unternehmen 2013, wie aus Kreisen der ehemaligen Geschäftsführung von PROKON mitgeteilt wird, vom Hamburger Insolvenzrechtsanwalt Steffen Denkhaus beraten.

Und der kam wohl zu dem Ergebnis, dass die Forderungen aus dem Genussrechtskapital nachrangig sind. Das heißt, ergänzt Gröpper, dass
PROKON vereinfacht gesagt nur zahlen muss, wenn das Unternehmen genügend Geld hat. Wenn das Unternehmen nicht genügend Geld hat, müssen die Gläubiger warten. Bis das Unternehmen wieder einen Überschuss erzielt. Das heißt aber nicht, dass das Unternehmen insolvent ist. Und das ist auch
typisch; Genussrechte sind mezzanine Investments. Mezzanine Anleger
bekommen ihr Geld meistens erst und nur dann, wenn das Unternehmen
entsprechende Gewinne macht. In allen Fällen, die der Hamburger
Anlegeranwalt in den ganzen Jahren vertreten hat, standen
Genussrechtsforderungen im Nachrang.

Derselbe Denkhaus arbeitet heute übrigens im Team des PROKON-Verwalters
Penzlin. Und Herr Penzlin vertritt bekanntermaßen die Meinung, dass PROKON
insolvenzreif ist. Wie die auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind, ist
für uns, sagt Gröpper, nicht nachvollziehbar.

Und GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwalt Dirk-Andreas Hengst meint: "Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Und die Gutachten, die der Verwalter zur abschließenden Klärung des (Erst-) Rangs der Genussrechtsforderungen anfertigen ließ, sind unseres Erachtens in wesentlichen Zügen unschlüssig. Einige scheinen Teile des Bedingungswerks nicht oder nicht richtig berücksichtigt zu haben. Das sieht unseres Erachtens so aus, als wenn ausgesprochen ergebnisorientiert gearbeitet wurde." Der Insolvenzverwalter bestreitet das natürlich. Dieses ausgesprochen fragwürdige Verhalten sollte man dringend von Amts wegen klären lassen, auch berufsrechtlich, meint Anwalt Hengst.

Mittlerweile attackiert Penzlin seinen Gegner, den ehemaligen PROKON Chef
Rodbertus, mit ausgesprochener Giftigkeit; denn der scheint schon sehr
viele Stimmen gebündelt zu haben, mit denen der Verwalter vielleicht
abgewählt wird. "Der droht gerade," schätzt Rechtsanwalt Gröpper, "das
Geschäft seines Lebens zu verlieren. Und schießt jetzt aus allen Rohren."

Die Leidtragenden, meint Rechtsanwalt Matthias Gröpper, sind in dem Fall
die Gläubiger. Viele wissen nicht, wem Sie vertrauen sollen. Denn wenn
PROKON saniert werden kann, bekommen sie ihr Geld in ein paar Jahren
zurück. Wenn das Unternehmen zerschlagen und verwertet wird, gibt's nur
einen Bruchteil. Deshalb raten die GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte, die eine
der größten Gläubigergruppen in dem Verfahren vertreten, gegen die
Verwaltung durch Herrn Penzlin und für einen gut gemachten
Sanierungsversuch von innen zu stimmen: Mit einem starken, unbelasteten
Management und  einem Sachwalter, der das kontrolliert. "Herr Penzlin,"
meint Anwalt Gröpper, "hat da nichts zu suchen. Wir bezweifeln seine
Kompetenz, ein dermaßen spezielles Unternehmen zu sanieren. Und wenn nicht
saniert wird, wird verwertet. Das könnte die Gläubiger erst recht viel Geld
kosten."

Die GRÖPPER Köpke Rechtsanwälte vertreten eine der größten Gläubigergruppen auf der Gläubigerversammlung am 22.07.2014 in Hamburg.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Dirk-Andreas Hengst, Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper