< Staatsanwalt ermittelt gegen PROKON. Wegen Betrugs.
13.01.2014 21:07 Alter: 6 Jahr/e

Anlegerschützer sagen: PROKON erpresst die Anleger.

"Wenn Ihr Euer Geld zurück haben wollt, gehen wir in die Insolvenz". So verstehen wir die Ankündigung PROKON's. Das sollten Sie nicht gelten lassen. Die Idee PROKON konnte augenscheinlich nicht greifen. Ein Rat von Herrn Rechtsanwalt Gröpper.


Hamburg/ Itzehoe, 13.01.2014. "Eigentlich sind die Tage der sprichwörtlichen Strauchdiebe gezählt. Aber wenn nach Itzehoe zur PROKON blickt, kommt man aus dem Staunen nicht raus. Jetzt droht die Unternehmensführung allen Anlegern mit einer Nullrunde: Die Forderungen werden nicht mehr erfüllt.", meint Rechtsanwalt Matthias Gröpper.

Ein starkes Stück. Das passt. Wenn man sich die Historie dieses Unternehmens genauer anschaut: "Ein unschlüssiges Anlagekonzept, weitestgehend intransparent, irreführende Werbung mit vermeintlicher Sicherheit, und jetzt sind die anderen Schuld; ein Skandal", findet der Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper.

Rechtsanwalt Gröpper beschäfigt sich seit 2005 mit der causa PROKON. Er ist der erste Experte gewesen, der vor diesen Angeboten gewarnt hat: "Wir haben von Anfang an nicht an die Geschichte geglaubt. PROKON ist zu einem Zeitpunkt in den grünen Energiemarkt eingestiegen, als es in Deutschland fast keine freien attraktiven Windflächen mehr gab, hat mit Sicherheit, die es nie gab, geworben und vermutet, dass das ein Schneeballsystem ist."

Jetzt scheint die durchsichtige Idee des Firmenchafes Rodbertus durchsichtig zu werden. Das Geschäftsmodell griff nicht. Das Genussrechtskapital war zu teuer. PROKON räumt heute offenherzig ein, dass das Anlagekapital höchstens mit einem Drittel des Vertragszinses bedient werden konnte. 

Das heißt nach der Einschätzung des Anlegeranwalts Gröpper, dass das Geschäftskonzept von Anfang an unschlüssig war: "Die Unternehmesgruppe konnte den Kapitaldienst nicht aus dem operativen Geschäft ziehen und musste ihn praktisch von Anfang an aus dem frischen Geld neuer Anleger bedienen. Das ist, finde ich, ein lupenreines Schneeballgeschäft. Und jetzt beißen die letzten die Hunde. Die bekommen nichts oder wenig zurück.", meint Gröpper.

Das liegt nach der Einschätzung der erfahrenen Kapitalmarktrechtsexperten in der Natur der Sache. Der Vertrieb und die Platzierung von Genussscheinen sind ausgesprochen teuer. Häufig wird ein Drittel des platzierten Kapitals durch wieche Kosten verbrannt. Das Geld ist weg. Die Emittentin muss mit einem Bruchteil des platzierten Kapitals den Kapitaldienst auf den Nennwert bringen.

Ein Rechenbeispiel. Wenn eine Emittentin € 100 Mio. platziert und eine Rendite in Höhe von 8%/ Jahr verspricht, müsste sie nicht € 8 Mio. sondern unter Berücksichtigung des tatsächlichen Betriebskapitals nicht 8%/ Jahr, sondern knapp 62%/1. Jahr erzielen. Und diese Annahme ist, findet Gröpper, lächerlich: "Die durschnittliche Umsatzrendite mittelständischer deutscher Unternehmen liegt bei knapp 5%/ Jahr. Das kann mal um ein paar Prozentpunkte nach unten und/ oder oben gehen und alles andere ist Wolkenhauerei."