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22.01.2014 20:19 Alter: 6 Jahr/e

PROKON's Insolvenzantrag wird abgewiesen werden. Kein Ende mit Schrecken sondern Schrecken ohne Ende.

Meint der Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper. Mehr dazu.


Hamburg/ Itzehoe, 22.01.2014. Die Emittentin der Genussrechte, die PROKON Regenerative Energien GmbH, hat heute beim zuständigen Itzehoer Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Der Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin wurde vom Gericht als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.

Der Hamburger Schutzgemeinschaftsanwalt Matthias Gröpper, der mittlerweile über 500 PROKON Anleger vertritt, glaubt, dass es keinen Insolvenzgrund gibt. Nach § 8 der Genussrechtsbedingungen ist die Emittentin nicht verpflichtet, den Kapitaldienst auf die Genussrechte zu leisten, wenn sie nicht genügend Geld hat. "

Und das scheint gerade der Fall zu sein. Das heißt, dass die Genussrechtsschulden als Insolvenzgrund ausscheiden. Da der PROKON Chef Rodbertus bis zuletzt betont hat, dass die Emittentin keine nennenswerten Verbindlichkeiten gegenüber Dritten hat und ihren laufenden Verpflichtungen nachgekommen ist, vor allem keine Steuerschulden hat, scheint es auch keinen anderen Insolvenzgrund zu geben", meint Rechtsanwalt Matthias Gröpper. Die Zahlen geben ihm Recht. PROKON hat im vergangenen Jahren ein operatives Ergebnis in Höhe von € 445,5 Mio. (EBITDA, Stand 31.10.2013) erzielt. Das heißt, dass die Geschäfte laufen; PROKON bekommt laufend frisches Geld. das reicht zwar nicht, um die Genussrechtsgläubiger zu befriedigen, aber das müssen die auch nicht (siehe oben).

Deshalb geht die Schutzgemeinschaft für PROKON Anleger davon aus, dass dem Insolvenzantrag nicht stattgegeben wird. Und PROKON gerade nicht insolvent ist.

Dies vorausgeschickt empfiehlt Rechtsanwalt Gröpper: "Dranbleiben. Die betroffenen Anleger sollten sich von dieser Nebelbombe nicht fehlleiten lassen. Es gilt immer noch: Die Anleger müssen Ihre Forderungen schnellstmöglich zu Geld machen." Und rät: Kündigen Sie und widerrufen Sie. Und machen Sie gegebenenfalls Schadensersatzansprüche geltend.

Und noch ein Wort zur Motivationslage PROKON's. Nach der Einschätzung der GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte kommt allenfalls ein Regressanspruch für dieses extreme Manöver in Betracht. Denn wenn ein Gericht dem Insolvenzantrag stattgeben würde, hätte die Emittentin die Möglichkeit, die Zahlungen an die Genussrechtsgläubiger anzufechten und zurückzufordern. "Eine Wahnsinnsaktion, die keinem hilft," findet Rechtsanwalt Gröpper.

Abschließend ein Exkurs zum Insolvenzrecht: Die Stellung eines Insolvenzantrags bedeutet gerade nicht, dass das Unternehmen tatsächlich zahlungsunfähig ist. Das Gericht muss prüfen, ob tatsächlich ein Insolvenzgrund vorliegt. Diese Prüfung nimmt in aller Regel mehrere Monate in Anspruch. Wenn kein Insolvenzgrund vorliegt, wird denknotwendig auch nicht das Insolvenzverfahren eröffnet; das heißt, dass das Unternehmen wie bisher weitergeführt wird. Abschließend halten wir es für sehr unglücklich, dass gerade ein Insolvenzanwalt zum Berater bestellt wurde. Denn der Insolvenzanwalt verdient sehr viel, wenn das Unternehmen in die Insolvenz geht, wenn er denn auch noch zum (vorläufigen Verwalter bestellt wird); wir sehen da einen erheblichen Interessenkonflikt.