< PROKON's Insolvenzantrag wird abgewiesen werden. Kein Ende mit Schrecken sondern Schrecken ohne Ende.
05.02.2014 17:00 Alter: 6 Jahr/e

Die Fragezeichen-Insolvenz.

PROKON's Insolvenzantrag beschäftigt die Juristen. Jetzt werden die Gründe begutachtet.


Hamburg/ Itzehoe, 05.02.2014. PROKON ist nach der Einschätzung des auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger Anlegeranwalts noch ein gutes Stück von der Insolvenz entfernt. Jetzt müssen die vom Gericht bestellten Gutachter klären, ob das Unternehmen insolvenzreif überschuldet ist.

Bis 2013 wurden die Genussrechte über die PROKON Regenerative Energien GmbH & Co. KG emittiert. Und nach den damaligen Genussrechtsbedingungen ist die Emittentin nicht verpflichtet gewesen, die Zins- und Rückzahlungsansprüche zu erfüllen, wenn sie nicht genügend Geld hat. Diese Gesellschaft wurde Mitte 2013 auf die PROKON Regenerative Energien GmbH verschmolzen. Nach dem Umwandlungsgesetz gingen die Forderungen der Genussrechtsinhaber gegen die GmbH & Co. KG auf die GmbH über. Gleichzeitig tauschte die (neue) Emittentin die alten Genussrechte in neue Genussrechte der neuen Gesellschaft um. Und änderte das Bedingungswerk. Nach dem neuen Bedingungswerk galt ein unbedingter Forderungsanspruch der Genussrechtsinhaber.

Der Hamburger Rechtsanwalt Matthias Gröpper geht davon aus, dass die Gutachter klären müssen, ob der willkürliche Umtausch rechtmäßig gewesen ist. Und das ist offensichtlich nicht der Fall: "Zum Glück leben wir in einer Rechtsordnung, in der beidseitig geschlossene Verträge nicht einseitig abgeändert werden können. Und vor allem das Schweigen des Verbrauchers auf einen derartigen Vorstoß nicht als Zustimmung gilt. Dies vorausgeschickt dürften die Gutachter ziemlich sicher zu dem Ergebnis kommen, dass in den meisten Fällen das alte Bedingungswerk gilt und PROKON nicht verpflichtet ist, zu zahlen, wenn die Gesellschaft kein Geld hat.

Dann geht es nur noch um die Forderungen aus dem neuen Genussrechtskapital, das ab Mitte 2013 platziert wurde. "Und die Forderungen," meint Anwalt Gröpper, "dürften überschaubar sein. Denn durch die vielen warnenden Pressberichte hat PROKON seitdem fast nichts mehr eingesammelt. Experten schätzen, dass der Platzierungserfolg im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 90% einbrach."

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