< Die Fragezeichen-Insolvenz.
05.02.2014 17:20 Alter: 6 Jahr/e

PROKON: Handelsblatt berichtet über Geheimwissen der BaFin.

Nach Informationen des Handelsblatt hätte die deutsche Finanzaufsicht spätestens 2009 erkennen können, dass der Itzehoer Windmüller ein Schneeballgeschäft aufzieht.


Hamburg/ Itzehoe/ Bonn, 05.02.2014. Die Finanzaufsicht hätte die Schädigung von mehreren zehntausend PROKON Anlegern verhindern können. Nach den Feststellungen des Handelsblatts vom 04.02.2014 (http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/prokon-pleite-die-finanzaufsicht-schaute-tatenlos-zu/9428000.html ) wussten die Aufseher, dass PROKON frisches Geld braucht, um Altansprüche anderer Anleger auszahlen zu können.

Es soll einen regen Briefverkehr in der Sache gegeben haben. PROKON hatte ursprünglich für seine Windparks über die Kommanditbeteiligungen finanziert und den Anlegern versprochen, das eingesetzte Kapital auf jeden Fall zurückzahlen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erkannte darin richtigerweise ein erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft, für das PROKON keine Erlaubnis hatte - und schwerlich bekommen hätte. Deshalb musste PROKON die Kommanditbeteiligungen rückabwickeln. Aber das Geld fehlte. Deshalb sollen die Itzehoer Genussrechtskapital emittiert und den Platzierungserlös für die Auszahlung der Kommanditisten verwendet haben.

"Das ist ein ganz dramatischer Vorgang," sagt der Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper. Denn die Anleger gingen davon aus, dass mit dem Genussrechtskapital neue Projekte umgesetzt werden und damit gerechnet, dass das Unternehmen damit Geld verdient. Denn sonst hätten sie befürchten müssen, das ihr Kapital verbrannt wird." Deshalb vertreten die GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte die Meinung, dass die PROKON Verantwortlichen für diese gravierende Informationspflichtverletzung haften. Mit dem Privatvermögen.

Die Erfolgschancen der Inanspruchnahme der BaFin schätzt der Hamburger Rechtsanwalt als schlecht ein: "Der Bundesgerichtshof hat 2005 in zwei ganz wichtigen Entscheidungen klargestellt, dass Amtshaftungsansprüche betroffener Anleger in aller Regel nicht in Betracht kommen, weil die Maßnahmen der BaFin keine drittschützende Wirkung entfalten. Die Aufseher sollen lediglich die Aufgabe haben, den Markt zu schützen. Und das ist nach dem Verständnis der Bundesrichter überraschenderweise nicht der einzelne Anleger. Obwohl der Markt mittelbar geschädigt wird, wenn die Anleger das Vertrauen in die Transparenz der Kapitalmärkte verlieren."

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